Jetzt da kino.to erst einmal tot ist wäre es wünschenswert, wenn zeitnah durch die Content-Industrie legale Alternativen ins Spiel gebracht würden. Ich denke, es ist nachvollziehbar, dass aktuelle Kino-Filme nicht online verfügbar gemacht werden lönnen.
Aber warum können nicht Serien, die in den USA laufen auch in Deutschland zu bezahlbaren Preisen (ca. 1 Euro pro Folge) etwa über I-Tunes bezogen werden? Es ist nicht mehr zeitgemäß wenn etwa “Breaking Bad” in einigen Wochen in Amerika wieder anläuft und der ”Fan” zwar in Foren den Fortgang verfolgen kann, aber keine legale Möglichkeit erhält dies anzuschauen. Die Welt rückt zusammen, darauf muss sich die Content-Industrie einstellen.
In den 80er Jahren konnte eine Serie wie Twin-Peaks in Deutschland laufen, obwohl der Mörder in den USA längst bekannt war. Dies ist heutzutage dank Internet absolut unvorstellbar.
Auch die Preisstrategie muss überdacht werden, ich als Nutzer bin nicht bereit für ein Streaming Angebot oder eine “Leihe” einer Serienfolge, die rein digital vertrieben wird, die gleiche Summe zu zahlen wie für eine DVD-Box. Dies ist aber bei Preisen zwischen zwei und drei Euro bei durchschnittlich 12 Folgen einer Staffel eben der Fall.
Vor dem Hintergrund, dass viele “Fans” ohnehin noch einmal die Boxen kaufen werden, könnte doch hier gegebenfalls auch ein Kampfpreis diskutiert werden. Warum nicht auch Sonderkontingente für Minderjährige (Taschengeldpass) oder Arbeitslose.
Die BWler mögen diese Zeilen beschmunzeln, möglicherweise sind die derzeit verwandten Auswertungen im Ergebnis auch gewinnträchtiger, doch sollte nicht vergessen werden, dass wenn sich die Verbraucher auf lange Sicht darauf einstellen, Serien und Filme kostenlos und bequem im Stream anzuschauen, es dann schwierig wird, die Verbraucher umzuerziehen. Das nächste kino.to steht sicher schon in den Startlöchern.
Ihr
Dr. Alexander Wachs

