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Sven Regener ist kein Straßenmusikant…

Sven Regener (Sänger von Element of Crime und Autor verschiedener Bücher) gibt den Musikern in der Urheberdiskussion eine (weitere) Stimme. In einem hörenswerten Wutausbruch beschwert er sich über Musikklau von Privatleuten und Google/youtube und die Piratenpartei.

Hat er Recht? Ja…

1. Natürlich hat Herr Regener Recht, wenn er sagt, er möchte für seine Arbeit bezahlt werden und anders als ein Straßenmusiker nicht nur, wenn das Publikum sich bequemt, sondern jedesmal. Wer seine Musik hören will soll dafür zahlen.

2. Natürlich hat Herr Regener Recht, wenn er sagt, dass andere nicht mit seiner Arbeit Geld verdienen sollen, die wie youtube gar nichts Inhaltliches zu bieten haben.

3. Natürlich hat Herr Regener Recht, wenn er sich über die Piratenpartei beschwert, die es sich bei Urheberrechtsfragen sehr einfach machen – umsonst ist immer gut.

Aber …

1. Wie viele Dinge, hat “Musik” bei breiten Teilen der Bevölkerung einfach an Wert verloren. Darüber mag man sich ärgern aber andere Dinge wie Computer haben in unserer Gesellschaft mittlweile einen höheren Wert oder deren Wert eingenommen. Beim WOW zocken oder CS oder COD braucht man nur ein Hintergrundrauschen aus PC Boxen. Die Nerds haben gewonnen, der Junge mit der Gitarre sitzt einsam am Lagerfeuer.

2. Demzufolge wird Musik auch anders ausgewertet. Youtube und Consorten haben dies erkannt, wollen aber nicht ihr Geschäftskonzept kannibalisieren, indem sie – wie früher – pro Abruf zahlen. Der deutsche Internet Nutzer klickt halt gern und das auch ein paar Mal mehr, das könnte zu teuer werden.

3. Auch Teile der Piratenpartei erkennen, dass sich da etwas ändert und reiten auf dieser Welle.

Und nun…?

Ich bin der Auffassung, dass die Musikindustrie immer noch die Hoffnung nicht aufgegeben hat, ihre Verluste über die letzten Jahre wieder reinzuholen, indem durch digitale Downloads der Einzelhandel einfach ausgetrocknet wird. 99 Cent direkt fürs Label – das ist die Hoffnung der Musikindustrie. Dabei entsteht jetzt nach Tauschbörsen und Youtube und Internetradio mit den Streaming Verfahren bereits ein weiteres neueres Verfahren nämlich die Streaming Dienste (Spotify und Co), welche für die zukünftigen Musikhöhrer echte Alternativen zum Kauf von Musik darstellen. Dennoch wird der Einzelhandel, welcher durch persönliche Bindung und Empfehlung Platten an den Mann bringt, weiter “im Stich gelassen” – die braucht ja bald keiner mehr. Wer sich z.B. einen aktuellen Warner Katalog hinsichtlich der EKs für Händler anschaut, der spürt, dass die Musikindustrie das auch nicht mehr ändern wird. Schade.

Das ist aber eigentlich auch egal, weil in zwei Jahren Google einfach die 3 Major Label für 1 Milliarde und ein paar Millionen einkauft und dann den Backkatalog mal richtig auswertet und sicherstellt, dass Apple keine Musik mehr verkaufen kann. Vielleicht ist auch Apple schneller, dann läuft es umgekehrt…Patentkriege mit Musik. Mich stört das nicht, ich habe meine CDs zu Hause – auch die von Herrn Regener.

 

 

 

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