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Die Anwaltswette: Mit 150 EUR ist alles erledigt… oder?

Heute rief mich ein Mandant an, die Kanzlei Waldorf Frommer will weiter Geld. Wir besprachen die üblichen Varianten. Das Gespräch war in den letzten Zügen, da erklärt mir der Mandant der Kollege RA H. bekomme eine Einigung für 100,00 EUR bei Waldorf Frommer hin. Ich versuchte zu erläutern, dass das Unsinn sei, da fiel mir etwas Besseres ein. Ich wettete mit dem Mandanten und teilte ihm mit, dass ich Ihm  100,00 EUR zahlen würde, wenn er mir den Nachweis vorlegt, dass Waldorf Frommer mit 100,00 EUR einverstanden gewesen sei. Ein Zettel, ein Stempel auf einem Schreiben, ein zerknirschtes “OK” auf einem Fax-Sendebericht – alles würde mir reichen. Fairerweise forderte ich als Wetteinsatz vom Mandanten nur eine Flasche Sekt, sollte er verlieren, denn er wird sicher verlieren. Mein Mandant versucht jetzt den Nachweis von einem anderen Mandanten des Kollegen RA H., den er ebenfalls kennt zu bekommen. Das wird nichts: Bei einem Album, Film oder Hörbüch lässt sich weder die Kanzlei Waldorf Frommer noch Rasch auf 100,00 EUR ein.

Wie kommt es also zu dieser urbanen Legende, der auch mein Mandant aufgesessen ist?  Nun einige Kanzleien haben eine Zeitlang ihre Mandanten angewiesen eine Summe X zu überweisen (meistens ca. 150,00 EUR), wenn die Kanzlei sich dann ein bis zwei Jahre nicht gemeldet hat, ist der Mandant glücklich und berichtet stolz dem Nachbarn. Nicht so schön ist es dagegen, wenn kurz vor der Verjährung Kanzleien wie zum Beispiel Waldorf Frommer, dann die restlichen 800,00 EUR fordert.

Fazit: Ich werde meinem Mandanten natürlich sobald er mir mitteilt, dass “sein Freund nichts schriftliches hat, aber…. bestimmt usw.” von seiner Wettschuld der Flasche Sekt freistellen. Hatte mir aber kurzfristig heute gedacht, dass ich wenn ich die Wette nur oft genug schließe, ich mir einen der größten Sektvorräte Deutschlands ergaunern könnte.   Aber sowas fangen wir lieber erst gar nicht an.

UPDATE: Wegen einiger Nachfragen, der Anfangsbuchstabe des Kollegen war zufällig gewählt. Es geht nicht um einen Kollegen, sondern um die urbane Legende und wie ich damit umging.

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