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ACHTUNG, ACHTUNG hier spricht ein Jameda Bewerter

Von
Jameda Bewerter

Heute erhielt ich einen Anruf eines Jameda Bewerters, der sich fürchterlich über die Löschung seines Beitrags beschwerte, aber der Reihe nach: Seit Jahren beschäftigen wir uns mit der Löschung unzutreffender Bewertungen auf Plattformen wie Jameda, Yelp, TripAdvisor etc. Wir vertreten in diesen Verfahren Ärzte, allgemein Gewerbetreibende und Hoteliers. Dabei kommen wir durchaus auch selber in die Schusslinie von „Bewertern“.

Bewertungsportale von erheblicher Bedeutung

Obwohl viele meiner Mandanten es vorziehen würden, nicht bewertet zu werden, hat die Rechtsprechung entschieden, dass dies im Rahmen der geschäftlichen Tätigkeit hinzunehmen ist. Obgleich es sicher viel berechtigte Kritik gibt, haben sich Bewertungsportale zum Tummelplatz für Selbstdarsteller (betrifft alle Gewerbe) und rachegeleitete Bewertungen (oft bei Ärzten anzutreffen) oder gar erpresserische Bewertungen (Hoteliers werden oft von Gästen um ein Upgrade „gebeten“, weil man doch das Hotel gut bei Yelp und TripAdvisor bewerten wolle) entwickelt.

Ärztebewertungsportale von zweifelhaftem Wert

Gerade bei Ärztebewertungsportalen wie Jameda stellt sich die Frage, welchen Sinn die Bewertungen machen. Ärzte, die nicht krank schreiben, erhalten ein ungenügend mit dem Hinweis auf fehlende Kooperationsbereitschaft. Ansonsten wird die Ausstattung des Wartezimmers und dessen Entertainment Faktor von dem Jameda Bewerter mit Punkten und Text gewürdigt. Auch wenn ich persönlich dies für albern halte, kann der Jameda Bewerter das zumindest beurteilen. Ganz anders sieht das bei dem Punkt „Behandlung“ aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient die Güte der Behandlung wirklich bewerten kann, strebt gegen Null. Der Patient ist in einer Stresssituation und er ist nun einmal kein Mediziner. Die Tendenz sich nach 2 Stunden Google Recherche als Experte zu fühlen und mitreden zu können ist menschlich nachvollziehbar, entbehrt aber jeder Grundlage.

Rachebewertungen und Löschungen

Wenn ein Jameda Bewerter aber fest davon überzeugt ist, dass er es besser weiß als der behandelnde Arzt, werden gern Umstände erfunden (überspitzt), um die Warnung vor dem „Knochenbrecher“ noch schöner auszuschmücken. Besonders erfreulich ist es für den Patienten dann natürlich, wenn die Bewertung möglichst prominent auf dem Portal des Arztes auftaucht. Naturgemäß schätzt der bewertete Arzt den Willen des Patienten sich in dem Portal zu verewigen nicht. Zumal eine negative Bewertung andere Bewerter anzieht, die die negative Bewertung noch übertrumpfen wollen. Das führt dann zu grotesken Bewertungswettkämpfen, die mit möglichst vielen Ausrufezeichen und Fragezeichen geschmückt werden. Wenn der Arzt diese Bewertungen durch uns entfernen lässt, und der Patient davon Kenntnis erlangt, führt dies zu fast surrealen Anrufen in meinem Büro, wie heute wieder geschehen.

Der böse Anwalt des Arztes und der Jameda Bewerter

Heute rief ein Jameda Bewerter in meiner Kanzlei an und fragte eine unserer Refas, wie sie bei uns arbeiten könne. Schließlich würden wir doch die Menschen ins Unglück laufen lassen, sie solle sich schämen. Seine Jameda-Bewertung sei nun entfernt worden, das sei ein Skandal usw. Dieser Anruf war zumindest dieses Jahr, der erste – wird aber sicher nicht der letzte gewesen sein. Solche Anrufe bestätigen alle meine Vorurteile gegenüber den Bewertungsportalen und sie zeigen, dass es dem Bewerter überhaupt nicht um die Sache geht. Selbstverständlich gibt es – wie eingeführt – auch sachgerechte und kritische Bewertungen, diese werden aber auch regelmäßig gar nicht angegriffen.

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