Nun sind seit dem 25. Mai 2018 also dem Inkrafttreten (oder besser der Anwendbarkeit) der DSGVO knapp 150 Tage verstrichen. In diesem immer aktuell gehaltenen Beitrag berichten wir täglich über Fragen und Diskussionen zum Thema Datenschutz und DSGVO. Wenn Sie sich also up-to-date halten wollen, schauen Sie  regelmäßig in diesen Beitrag.

18. Februar 2019

5000 Euro Bußgeld für fehlenden Auftragsverarbeitungsvertrag

Die Hamburger Datenschutzbehörde verhängt ein Bußgeld in Höhe von 5000 Euro zuzüglich 250 Euro Gebühren wegen des Fehlens eines Auftragsverarbeitungsvertrags mit einem spanischen Dienstleister des Unternehmens. Nach Ansicht der Behörde wurden schützenswerte Daten ohne Rechtsgrundlage an den Dienstleister übermittelt. Das an der Größe des Unternehmens gemessen vergleichsweise empfindliche Bußgeld hängt auch damit zusammen, dass  sich das Unternehmen zudem höchst unkooperativ gezeigt hatte.

Dies verdeutlicht zum einen, dass sich ein kooperatives Verhalten gegenüber den Datenschutzbehörden durchaus  strafmildernd auswirken kann. Zum anderen verdeutlicht dieser  Fall aber zudem auch , dass die Pflicht zum Abschluss eines Auftragsverarbeitungsvertrages nach Ansicht der Datenschgutzbehörden sowohl den Verarbeiter als auch den Verantwortlichen trifft.

Unternehmen sollen und müssen deshalb selbst eine entsprechende Vereinbarung verfassen und an den Auftragsverarbeiter übermitteln falls der Dienstleister von sich aus keine eigene Vereibarung zur Verfügung stellt um sich nicht dem Risiko eines empfindlichen Bußgeldes auszusetzen.

31. Januar 2019

Die Europäische Kommission hat einen neuen Angemessenheitsbeschluss erlassen. Damit erkennt die EU das Datenschutzniveau in Japan als adäquat an. Danach herrscht in Japan ein angemessenes Datenschutzniveau. Auf Basis dieses Beschlusses können nun personenbezogene Daten ungehindert zwischen der EU und Japan ausgetauscht werden.

Die offizielle Pressemitteilung der Europäische Kommission mit weiteren Informationen finden Sie hier.

23. Januar 2019

Französische Datenschutzbehörde CNIL verhängt wegen Verstößen gegen die DSGVO gegen Google ein Bußgeld von 50 Millionen Euro

Die Behörde begründete den Schritt mit mangelnder Transparenz von Google im Umgang mit persönlichen Informationen der Nutzer.

In der Pressemitteilung der CNIL heißt es: „Wesentliche Informationen, wie die Zwecke der Datenverarbeitung, die Aufbewahrungsfristen oder die Kategorien von personenbezogenen Daten, die für die Personalisierung der Anzeigen verwendet werden, sind zu sehr auf mehrere Dokumente verteilt, mit Buttons und Links, auf die geklickt werden muss, um auf zusätzliche Informationen zuzugreifen.“

Außedem sei der Zweck der Datenerhebung nicht ausreichend beschrieben. Zudem könne Google keine wirksame Einwilligung der Nutzerinnen für die Nutzung ihrer Daten zu Werbezwecken vorweisen und ermögliche grundsätzlich keinen Widerspruch zur Datensammlung.

Google erklärte, man prüfe nun die nächsten Schritte.

Die vollständige Pressemitteilung des CNIL finden Sie hier.

22. Januar 2019

Der Landesdatenschutzbeauftragte Niedersachsen (LfD Niedersachsen) hat ein Merkblatt zur  Nutzung von „WhatsApp“ in Unternehmen veröffentlich. Die LfD Niedersachsen hat bereits mehrfach öffentlich betont, dass nach seiner Ansicht der Einsatz von WhatsApp durch Unternehmen zur betrieblichen Kommunikation in mehrfacher Hinsicht gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) verstößt. Insbesondere dürften keine Kontaktdaten von Nicht-Whats-App-Nutzern an das US-Unternehmen übermittelt werden.

Das vollständige Merkblatt finden Sie hier.

15. Januar 2019

LfDI Baden-Württemberg verhängt Bußgeld von 80.000,00 €

Wie heute bekannt wurde, hat der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg (LfDI BW) das nunmehr bereits zweite Bußgeld deutschlandweit auf Basis der DSGVO verhängt. Die Höhe des Bußgeldes beträgt diesmal 80.000,00 €. Der Anlass für dieses Bußgeld waren versehentlich ins Internet gelangte Gesundheitsdaten.

10. Januar 2019

Laut neuer Studie teilen viele Apps weiter Daten mit Facebook ohne Zustimmung der Nutzer – trotz DSGVO

Laut Analyse der Organisation Privacy International teilen zahlreiche beliebte Android-Apps Daten mit Facebook, ohne eine ausdrückliche Zustimmung der Nutzer einzuholen. Demnach sollen 61 Prozent der untersuchten Apps bestimmte Informationen direkt nach dem Öffnen an das soziale Netzwerk weitergeben, ohne allerdings eine ausdrückliche Zustimmung eingeholt zu haben. Dies passiere unabhängig davon, ob jemand im sozialen Netzwerk eingeloggt ist oder nicht und ebenso ob man einen Facebook-Account hat oder nicht.

Gemäß der seit Ende Mai geltenden DSGVO müssen App-Anbieter jedoch die explizite Zustimmung ihrer Nutzer einholen, bevor sie persönliche Daten abgreifen und weiterleiten.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

21. Dezember 2018

Datenpanne bei Amazon

Wie Heise Online berichtet, übermittelte Amazon offenbar die intimen Sprachaufzeichnungen eines Nutzers an einen Dritten.

Anlass war eine Auskunftsanfrage eines Kunden von Amazon Daten nach Art. 15 DSGVO. Als Antwort erhielt er unter anderem zahlreiche transkribierte Sprachdaten und Audiodateien eines anderen Nutzers zugeschickt die offensichtlich von Amazons Sprachassistenten Alexa aufgenommen wurden. Wie berichtet wird, stammen diese Sprachaufzeichnungen aus dem inneren Kern des Lebensbereichs dieses weiteren Nutzer, sodass dessen Intimsphäre durch die Weitergabe der Daten an Unbefugte betroffen ist.

Amazon erklärte mitterlweile, dieser Fall sei die Folge eines menschlichen Fehlers und ein isolierter Einzelfall gewesen. Zudem habe Amazon auch vorsorglich in Kontakt mit den zuständigen Behörden gestanden.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

20. Dezember 2018

EuGH entscheidet über Facebook Like Button

Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) befasst sich derzeit mit der Frage der datenschutzrechtlichen Zulässigkeit des Facebook Like Buttons. Zuvor hatte das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf dem EuGH entsprechende Fragen vorgelegt. Somit könnte der EuGH in dieser Frage endlich Rechtsklarheit geben. Da die Social Plugins von anderen Anbietern nach dem gleichen Prinzip funktionieren, wird die Entscheidung weitreichende Auswirkungen haben.

Nun liegen die Schlussanträge des EuGH-Generalanwalts vor (EuGH, Rechtssache C-39/17). Nach Auffassung des EuGH-Generalanwalts sind Webseiten-Betreiber gemeinsam mit Facebook für die Verarbeitung von Nutzerdaten verantwortlich. Daher müssen Webseiten-Betreiber zumindest für diesen konkreten Fall des Facebook Like Buttons zuvor die Einwilligung der Nutzer einholen. Eine Verarbeitung könne ausnahmsweise dann zulässig sein, wenn ein berechtigtes Interesse der Verantwortlichen besteht. Hier müsse stets eine Abwägung der entgegenstehenden Interessen des Nutzers und der Unternehmen vorgenommen werden.

Derzeit raten wir aufgrund der unsicheren Rechtslage davon ab, den Facebook Like Button unmittelbar bei sich einzubinden. Unternehmen, die den Like Button trotzdem nutzen wollen, sollten daher entweder die sogenannte Zwei-Klick-Lösung oder alternativ die Shariff -Lösung verwenden. Darüber hinaus ist eine Anpassung der Datenschutzerklärung empfehlenswert.

Zudem empfehlen wir, den Facebook Like Button nicht zu benutzten, sondern von der Unternehmenswebseite lediglich auf die Facebook Fan Page verlinken.

17. Dezember 2018

Datenpanne bei Facebook – Fast 7 Millionen Menschen sollen betroffen sein.

Wie die FAZ online berichtet, hat Facebook- hat eine weitere Datenpanne gemeldet. Aufgrund dieser Datenpanne hatten Hunderte Apps im September mehrere Tage lang zu weitreichenden Zugriff auf Fotos von bis zu 6,8 Millionen Mitgliedern des Online-Netzwerks gehabt.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

Update: Wie Blomberg berichtet, will sich nun die irische Datenschutz-Aufsichtsbehörde einschalten und prüfen, ob eine mögliche Verletzung der Datenschutz-Grundverordnung vorliegt.

12. Dezember 2018

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) setzt sich in einer aktuellen und äußerst lesenswerten Stellungnahme mit den Hinweispflichten bei Videoüberwachung durch nicht-öffentliche Stellen unter der Geltung der DS-GVO auseinander.

Die Behörde erkennt die Problematik in Hinblick auf die zusätzlichen Informationen und erlaubt daher bei der Information ausdrücklich einen Medienbruch. Damit wählt das BayLDA einen sehr praktikablen Ansatz.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier.

10. Dezember 2018

Facebook muss 10 Millionen Euro Strafe zahlen

Facebook kommt zur Zeit nicht aus den Schlagzeilen heraus. Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM hat gegen Facebook zwei Bußgelder in Höhe von zusammen 10 Millionen Euro verhängt. Die Behörde wirft Facebook vor den Nutzer in die Irre zu führen, da vor der Kontoeröffnung vor allem darauf hingewiesen werde, dass die Nutzung kostenlos ist. Dass die Daten des Nutzers im Gegenzug für kommerzielle Zwecke gesammelt werden, sei dagegen nicht so klar ersichtlich. Würden die Nutzer vor der Kontoeröffnung ausreichend auf diese Nutzung für kommerzielle Zwecke hingewiesen, sei zu befürchten, dass Nutzer sich anders entscheiden würden. Die Behörde bemängelte weiter die Weitergabe von Nutzerdaten bei der Anmeldung mit einem Facebook-Account bei anderen Websites und Apps.

Die vollständige Presseerklärung der AGCM finden Sie hier.

7. Dezember 2018

Facebook sorgt wieder für Schlagzeilen

Wie das Handelsblatt jüngst auf seiner Webseite berichtete, bot Facebook Werbekunden gegen Bezahlung einen Zugang zu Nutzerdaten und -aktivitäten an. Dies wurde zuvor von Facebook stets abgestritten. Zu diesem Ergebnis kamen britische Untersuchungen im Rahmen der Ermittlungen wegen des sog. Cambridge Analytica Datenschutz-Skandals im Vorfeld der US-Wahlen 2016.

Facebook hat internen Dokumenten zufolge einigen Unternehmen wie Netflix 2015 speziellen Zugang zu bestimmten Daten seiner Nutzer gewährt. Neben dem Streaming-Dienst seien unter anderem auch die Wohnungsplattform Airbnb von Facebook bevorzugt mit Daten versorgt worden, heißt es in den am von dem britischen Abgeordneten Damian Collins veröffentlichten Unterlage

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

4. Dezember 2018

Das Amtsgericht (AG) München hat entschieden, dass Überwachungskameras in der Nachbarschaft nicht gegen gesetzliche Regelungen verstoßen, sofern sie nur das eigene Grundstück und nicht auch das des Nachbarn filmen. (Urt. V. 22.11.2018, Az. 213 C 15498/18) Die bloße Möglichkeit, von Überwachungskameras des Nachbarn erfasst zu werden, kann im konkreten Einzelfall noch zumutbar sein.

Die offizielle Pressemitteilung des Amtsgerichts München vom 30.11.2018 finden Sie hier.

3. Dezember 2018

Datenschutzbehörde verschickt Anhörungsbogen zu Facebook Fanpages
Jüngst hatte der Europäische Gerichtshof EuGH (Urteil vom 05.06.2018 - C-210/16) entschieden, dass Betreiber von Fanpages für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Besucher durch Facebook mit verantwortlich sind. Darauf veröffentlichte Facebook am 11. September 2018 eine Ergänzungsvereinbarung (sog. „Page Controller Addendum“), die sich auf eine gemeinsame Verantwortlichkeit bezieht. Die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat nun allerdings Zweifel, dass die Informationen, die Facebook bisher zur Verfügung gestellt hat, ausreichen, um gegenüber den Besuchern einer Fanseite Rechenschaft über die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung der Daten ablegen zu können. Deshalb prüft die Aufsichtsbehörde nunmehr, ob Facebook sich an die Zusagen hält und die Insights-Ergänzung verlässlich ist.

Den vollständigen Fragenkatalog finden Sie hier:

Die Pressemitteilung des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit finden Sie hier.

30. November 2018

Google ist zum wiederholten Male in den Fokus der Datenschutzbehörden geraten. Insgesamt sieben (Norwegen, Niederlande, Griechenland, Tschechien, Slowenien, Polen und Schweden) europäische Verbraucherschutzverbände haben angekündigt, Beschwerde gegen Google bei den jeweiligen Datenschutzbehörden ihrer Länder einzulegen. Der deutsche Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbv) plant keine Beschwerde, prüft aber eine einstweilige Verfügung. Dies geht aus einer Pressemitteilung des europäischen Verbraucherschutzverbandes (BEUC) vom 27.11.2018 hervor.

Ursächlich für die geplanten Beschwerden ist eine Studie des norwegischen Verbraucherschutzverbandes. Diese Studie hatte das umfassende Standortdaten-Tracking von Google zum Inhalt. Diese Praxis verstoße nach Ansicht der Verbraucherschützer gegen die Vorgaben der DSGVO.

28. November 2018

Die niederländische Datenschutzbehörde verhängte aufgrund eines verheimlichten Hackerangriffs jüngst eine Strafe von 600.000 Euro, weil Uber nicht unverzüglich Behörden und Betroffene unterrichtet habe. In dem Land wurden demnach 174.000 Bürger Opfer des Hacks. Betroffen waren unter anderem die Namen, E-Mail-Adressen und die Telefonnummern der Kunden und Fahrern. Diesen Hackerangriff hat das US-Unternehmen über ein Jahr lang verschwiegen. In Großbritannien, wo es um 2,7 Millionen Kunden und fast 82.000 Fahrer geht, soll Uber 385.000 Pfund (rund 434.000 Euro) zahlen. Betroffen waren weltweit insgesamt 57 Millionen Nutzer und Fahrer.

27. November 2018

Mit Beschluss vom 8. Mai 2018 (AZ B 1 S 18.105) hatte das Verwaltungsgericht Bayreuth die Anordnung des Bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht(BayLDA) in einem Eilverfahren als rechtmäßig bestätigt. Das BayLDA hatte zuvor bereits im Jahr 2017 einem Online-Shop zuvor den Einsatz von "Facebook Custom Audience" untersagt.

Der bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH Bayern) hat in einem Urteil nunmehr die vorinstanzliche Entscheidung bestätigt. Nach Ansicht des VGH Bayern verstößt der Einsatz von 'Facebook Custom Audience' ohne Einwilligung des Nutzers gegen das Datenschutzrecht. Der Werbetreibende habe zwar ein berechtigtes Interesse an zielgerichteter Werbung. Diesem Interesse stehen jedoch die überwiegenden, schutzwürdigen Interessen der Betroffenen gegenüber. Diese rechnen insbesondere nicht damit, dass ihre E-Mail-Adresse an Facebook übermittelt wird.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier und hier.
Der Präsident des BayLDA Thomas Kranig erklärte bereits, diese Entscheidung des VGH Bayern zum Anlass zu nehmen und die Prüfung auf weitere Branchen auszuweiten und Verstöße nach dem neuen Bußgeldrahmen der DSGVO sanktionieren. Diese Ankündigung sollte Anlass sein, Ihr Unternehmen auf Einhaltung der DSGVO zu überprüfen. Wir beraten Sie gern.

26. November 2018

Wie heise.de berichtet, kommt eine von der niederländischen Regierung in Auftrag gegebene Untersuchung t zu dem Schluss, dass Microsoft in MS Office massiv gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstößt. Demnach sammle und speichere Microsoft in großem Umfang personenbezogene Daten von Office-Nutzern, ohne sie darüber zu informieren.

23. November 2018

AG Diez: Kein Schadenersatz nach DSGVO für unerlaubte E-Mail-Werbung. Mit der Frage, ob der Empfänger einer E-Mail mit unverlangter Werbung einen Schadenersatzanspruch aus Art. 82 DSGVO hat, musste sich jüngst das AG Diez auseinandersetzen (AG Diez, Urteil vom 07.11.2018, Az.: 8 C 130/18). Im konkreten Fall hatten sich die Parteien außergerichtlich auf ein Schmerzensgeld i.H.v. 50 EUR verständigt. Damit war der Empfänger der E-Mail jedoch nicht zufrieden und klagte auf 500 EUR. Das Gericht erteilte dem aber eine klare Absage. Aus dieser Entscheidung ergibt sich zweierlei: Es gibt trotz weiter Auslegung des Schadensbegriffs eine Bagatellgrenze. Handelt es sich nur um den einmaligen Erhalt eines unzulässigen Newsletters, kann jedenfalls höchsten 50 EUR Schmerzensgeld anfallen. Natürlich handelt es sich hier „nur“ um die Entscheidung eines Amtsgerichts ist. Diese erfährt aber Unterstützung durch das im Verfahren angerufene Landgericht Koblenz.

22. November 2018

Wie heute bekannt wurde, hat der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg (LfDI BW) das erste Bußgeld dieser Behörde auf Basis der DSGVO verhängt. Die Höhe des Bußgeldes beträgt 20.000,00 €.

Wie aus der Pressemitteilung ersichtlich, hätte die Höhe des Bußgelds für das betroffene Unternehmen noch wesentlich empfindlicher ausfallen können. Das betroffene Unternehmen ist angesichts der Reichweite des Sicherheitsvorfalls äußerst glimpflich davongekommen. Grund hierfür war nach Angaben des LfDI BW vor allem auch die gute Kooperation des betroffenen Unternehmens. Diese sei bei der Bemessung der Höhe des Bußgeldes zu berücksichtigen gewesen. Zudem sei auch die finanzielle Gesamtbelastung für das Unternehmen zu berücksichtigen gewesen.

Die offizielle Pressemitteilung des LfDI BW finden Sie hier.

21. November 2018

Das OLG München erkennt eine weite Auslegung des "berechtigten Interesses": Nach dem OLG München sei bei der im Rahmen des Art. 6 Abs. 1 lit. f) DSGVO vorzunehmenden Abwägung eine möglichst weite Auslegung des berechtigten Interesses grundrechtlich geboten. Dabei seien nicht nur rechtliche Interessen zu berücksichtigen, sondern auch wirtschaftliche oder ideelle (Teilurteil v. 24.10.2018, Az. 3 U 1551/17). Dies ermöglicht bei der Datenverarbeitung einen weiteren Spielraum als es teilweise befürchtet wurde.

20. November 2018

Aktuelle BGH Entscheidung: Tätigkeit als Datenschutzbeauftragter kann Anwaltstätigkeit sein. Die Frage, ob die Tätigkeit als Datenschutzbeauftragter, wenn diese durch einen Rechtsanwalt ausgeübt wird, auch eine gewerbliche Tätigkeit ist oder ob diese eine freiberufliche Tätigkeit ist, ist umstritten. Nun hat sich der BGH mit dieser Thematik befasst und entschieden, dass die Tätigkeit als Datenschutzbeauftragter in diesem Fall eine Anwaltstätigkeit sein kann und dann nicht gewerblich ist. Dies hängt von den Umständen des Einzelfalles ab (Urt.v. 15.10.2018, Az. AnwZ (Brfg) 20/18). Dies begründet der BGH insbesondere auch durch die Änderungen an den Aufgaben von Datenschutzbeauftragten durch die Einführung der DSGVO und dem damit einhergehenden Anstieg der Komplexität der mit der DSGVO verbundenen rechtlichen Fragen.

19. November 2018

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) hat seine Prüfaktivitäten bereits jetzt - und damit noch etwas früher als erwartet - aufgenommen und neue flächendeckende Datenschutzkontrollen in Bayern angekündigt.

Laut offizieller Pressemitteilung des BayLDA vom 07. November 2018 soll der Schwerpunkt insbesondere auf Onlineshops, die Cybersicherheit in Arztpraxen (Stichwort „Ransomware“), die Umsetzung der Rechenschaftspflicht, die Erfüllung der Informationspflichten bei Bewerbungsverfahren und die Umsetzung der DSGVO bei KMU's liegen Im Focus zukünftiger Prüfungen sollen u.a. die Bereiche Sub-Dienstleister-Einsatz und das Löschen bei SAP-Systemen stehen. Die offizielle Pressemitteilung des BayLDA finden Sie hier.

16. November 2018

Besonders die direkte werbliche Ansprache von Kunden (Direktwerbung) ist mit dem Inkrafttreten der DSGVO einer Vielzahl von Unklarheiten unterworfen. Die DSK hat aufgrund der Ergebnisse der 96. Datenschutzkonferenz eine sehr lesenswerte "Orientierungshilfe der Aufsichtsbehörden zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten für Zwecke der Direktwerbung unter Geltung der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO)" veröffentlicht.

15. November 2018

Jüngst hatte ich ein kurzes Fazit gezogen und nochmal den bisherigen Streitstand zur Frage der Abmahnbarkeit von DSGVO Verstößen nach dem UWG zusammengefasst. Nun gab es ein weiteres Urteil zu dieser Thematik. Das LG Wiesbaden (Urt. v. 05.11.2018, Az. 5 O 214/18) hat sich der Ansicht des LG Bochums (Urteil v. 7.8.2018, Az. 12 O 85/18) angeschlossen und kommt zu dem Schluss, dass die DSGVO Abmahnungen nach UWG ausschließt. Nach Ansicht des LG Wiesbadens sei die DSGVO abschließend. Für eine Anwendbarkeit des UWG sei daher kein Raum. Zur Begründung führ das LG Wiesbaden an, dass im Mittelpunkt der in der DSGVO vorgesehenen Rechtsbehelfe die „betroffene Person“ stünde. Diese kann ihr Recht auf verschiedene Arten selbst oder durch Dritte durchsetzen. Eine entsprechende Befugnis des Mitbewerbers des Verletzers, die Rechte der betroffenen Person ohne deren Zustimmung wahrzunehmen, sei in der DSGVO nicht vorgesehen.

14. November 2018

Datenschutz im Gesundheitswesen: Die Ärzte Zeitung berichtet über eine Software, die über einen Annäherungssensor den Monitor sperrt, sobald sich der Mitarbeiter aus dem Arbeitsbereich entfernt, um das ständige Eingeben von Passwörtern zu verhindern. Das ist - in den meisten Bereichen - eher ein nettes Gimmick, und nach meiner Auffassung nicht das drängendste Problem zum Thema Datenschutz. In den von uns betreuten Praxen sind mehr als eine Mitarbeiterin im öffentlich zugänglichen Bereich tätig, sodass nach einer entsprechenden Arbeitsanweisung, dass sich nie alle Mitarbeiter gleichzeitig entfernen dürfen und daneben angemessenen Sperrzeiten, nach denen das Passwort eingegeben werden muss, Datenschutzverletzungen nicht unbedingt zu besorgen sind. Übrigens: In unseren Schulungen fragen wir häufig die Mitarbeiter danach wie oft am Tag sie ihr Handy Passwort eingeben, das gibt den meisten zu denken.

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