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Böhmermann warnt vor Abmahnung Martin Langer

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Der social Media Profi und Moderator Jan Böhmermann hat über Twitter eine Abmahnwarnung ausgesprochen wie folgt:

Wer das Rostock-Lichtenhagen Foto mit Hitlergruß und zugepisster Jogginghose twittert, wird vom Fotografen Martin Langer abgemahnt! 1000 €!

Ob Herr Böhmermann selber eine entsprechende Abmahnung bekommen hat, ist nicht eindeutig erkennbar. Viele „Anti-Abmahnkanzleien“ warnen ja immer wieder vor Abmahngefahren auf Twitter, Facebook und Co. Das Twittern eines Fotos, an dem man keine Rechte hat, ist eine Urheberrechtsverletzung. Dabei ist es egal, ob es ein Schnappschuss ist oder ein weltbekanntes Bild wie das streitgegenständliche Bild „Rostock-Lichtenhagen“.

Dabei denke ich aber nicht, dass jeder Twitter Nutzer eine Abmahnung Martin Langer bekommt. Ich schätze, dass sich der Fotograf Martin Langer hier auf Nutzer mit großer Reichweite konzentrieren wird. Rechtlich mag das nicht zwingend sein; dabei ist Twitter nicht direkt mit Whats App zu vergleichen, wo ich vor Panik Berichterstattung warnte (genauer war es eine Warnung vor eine Abmahnungswarnung), als bei Twitter das Bild direkt öffentlich zugänglich gemacht wird.

Allerdings werden Endverbraucher über 97a Abs. 3 UrhG vor überhöhten Anwaltkosten geschützt. Die Höhe des reinen Schadensersatzes sollte sich auch in einem überschaubaren Rahmen bewegen.

Fazit: Das Twittern eines Bildes – ohne entsprechende Zustimmung – des Fotografen Martin Langer ist eine Urheberrechtsverletzung. Insoweit sollte das Bild auch nicht getwittert werden. Ob jetzt aber wirklich jeder, der das Bild twittert abgemahnt wird, ist nicht bekannt. Sollte Herr Böhmermann eine Abmahnung Martin Langer erhalten haben, bleibt ihm entgegenzurufen: „Lawyer up“.

 UPDATE: Herr Böhmermann selber hatte die Abmahnung bekommen. Nachdem Herr Böhmermann zuletzt einige bekannte Youtuber doch recht hart angegangen ist – ob zu recht oder unrecht sei mal dahingestellt – ärgert er sich jetzt über die Kosten. Das ist menschlich nachvollziehbar, aber nicht so wirklich überzeugend. Wie ich oben dargestellt habe, hat Herr Böhmermann eine Urheberrechtsverletzung begangen. Ob die Summe von knapp 1.000,00 EUR angemessen ist, mag diskutiert werden. Wenn auf Netzpolitik.org dort gerade eine sehr interessante Diskussion auch unter dem Themengedanken Recht auf Remix geführt wird, geht diese nach meiner Meinung fehl. Das Recht auf Remix finde ich durchaus diskutabel. Hier geht es aber nur um das Recht „Urheberrechtlich geschützte Inhalte“ ohne Erlaubnis in social Media zugänglich zu machen. Warum soll das kostenlos sein? Gerade bei Medienprofis wie Herrn Böhmermann will mir das nicht einleuchten. Die Gefahr einer Abmahnung ist nunmal immanent, wenn man social Media intensiv (und auch kommerziell nutzt). Der kleine Internethändler muss auch dafür sorgen, dass er alle Vorschriften einhält, um nicht abgemahnt zu werden. Mir erschließt sich offen gesagt nicht, warum die Inhalte Schaffenden als einzige leer ausgehen sollen, wenn neu Nutzungsmöglichkeiten für ihre Werke geschaffen werden, während die Netzwerke wie Facebook, google und Twitter Milliarden verdienen.

 UPDATE2: Es gibt eine Stellungnahme des Fotografen Martin Langer, sowie in den Kommentaren im unteren Drittel sogar eine Replik von Jan Böhmermann. Verkürzt behauptet Jan Böhmermann, dass auch Privatleute eine Abmahnung mit Kosten um ca. 900 EUR erhalten hätten (trotz 97a Abs. 3 UrhG), während der Fotograf dies nicht vertieft zu kommentieren scheint. Er trägt vor, dass er die Bildveröffentlichungen an seine Anwaltskanzlei weiterreiche, die die Verletzungen verfolge.

Dazwischen gibt es dann alle bekannte Kommentare wie z.B. ohne Abmahnanwälte wäre alles so viel besser, der soll sich nicht so anstellen usw usf. Die Tendenz scheint mir aber zu Recht eher pro Fotograf zu sein, weil es allen schwer fällt für einen gut verdienenden Satiriker, die Geigen erklingen zu lassen. Der wiederum argumentiert in der Sache clever und auch mit Substanz, dass er nicht für sich sondern für seine privaten Freunde die Keule geschwungen habe. Wer ganz still ist und genau hinsieht,  sieht die Furcht vor dem Erbe Schreinemakers auf den Gesichtszügen des Moderators.

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