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Erpressung mit Fake Bewertung auf Google Maps

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Erpressung mit Fake Bewertung

Online-Bewertungen sind längst nicht mehr „nice to have“, sondern ein handfester Umsatzfaktor. Für viele Verbraucher beginnt die Suche nach einem Restaurant, einer Arztpraxis, einer Autowerkstatt oder einem Handwerksbetrieb über Google Maps und oft entscheidet schon der erste Eindruck im Unternehmensprofil: Sterne, Text, Tonfall, Häufung negativer Stimmen. Genau diese Abhängigkeit nutzen Täter seit Jahren aus für eine Erpressung mit Fake Bewertungen. Neu ist nicht das Phänomen – neu ist die spürbare Zunahme und die Professionalität der Angriffe, die inzwischen auch Deutschland sichtbar treffen.

So läuft die Erpressung mit Fake Bewertungen typischerweise ab

Die Täterlogik ist simpel, aber wirkungsvoll:

  1. Plötzlicher Anstieg negativer Bewertungen
    Innerhalb kurzer Zeit erscheinen mehrere 1-Stern- oder 2-Sterne-Rezensionen im Google-Unternehmensprofil. Häufig sind die Texte generisch, auf Englisch, ohne nachvollziehbaren Bezug zur tatsächlichen Leistung, was ein klassisches Muster für Fake Bewertungen darstellt.
  2. Kontaktaufnahme mit Forderung
    Kurz darauf folgt eine Nachricht, oft per WhatsApp, Telegram oder E-Mail, mit der Forderung nach Geld, Waren oder Dienstleistungen „gegen Löschung“. In der SRF-Recherche werden Beträge im Bereich 100 bis 200 Franken beschrieben, In Deutschland und Österreich sind teils dreistellige Forderungen dokumentiert.
  3. Druck durch Angst vor Ruf- und Umsatzschaden
    Der Hebel ist nicht juristisch, sondern wirtschaftlich: Ein abrutschender Sterneschnitt kann Sichtbarkeit, Klickrate und Vertrauen sofort beeinträchtigen, genau deshalb ist die Drohung so effektiv.

Wichtig für die Einordnung: Das ist keine „Kundenkritik“, sondern eine gezielte Erpressung mit Google Bewertungen.

Fälle aus Berlin und Hamburg zeigen, wie real das Risiko auch in Deutschland ist

Wer meint, das Thema betreffe „nur das Ausland“, wird von der Realität überholt. Bereits 2023 wurden in Deutschland Gastronomiebetriebe mit Drohungen konfrontiert, man werde sie mit schlechten Google-Bewertungen „fluten“, wenn nicht gezahlt werde, inklusive Zahlungsaufforderungen (z. B. Bitcoin) und dramatischer Betreffzeilen.

In Hamburg-Eimsbüttel wurde ein Restaurant konkret per E-Mail erpresst; die Polizei riet öffentlich, nicht zu zahlen und Anzeige zu erstatten. Auch aus Berlin wurde über entsprechende Drohungen berichtet (u. a. im Umfeld eines Restaurants an der Karl-Marx-Allee). Die SRF-Recherche zeigt zudem, dass dieselben Fake-Account-Netzwerke grenzüberschreitend agieren. Wer in Deutschland tätig ist, ist schon deshalb ein naheliegendes Ziel.

Warum das kein neues Thema mehr ist – aber gefährlicher wird

Das Muster existiert seit Jahren: Fake-Profile, Bot-Netzwerke, massenhaft erstellte Rezensionen. Neu sind vor allem drei Faktoren:

  • Skalierung durch Automatisierung und KI-Texte (Bewertungen wirken „einzigartig“, sind aber inhaltlich austauschbar).
  • Internationalisierung: Tätergruppen operieren über Ländergrenzen, sodass klassische Durchsetzung gegen den „Absender“ oft ins Leere läuft.
  • Wachsende Sichtbarkeit von Bewertungsplattformen als Markt- und Machtfaktor: Selbst rund um andere Plattformen wird öffentlich diskutiert, wie manipulationsanfällig das „Bewertungs-Ökosystem“ ist.

Google reagiert: eigenes Meldeformular für Bewertungs-Erpressung

Ein besonders klares Signal, dass das Problem massenhaft auftritt ist, dass Google inzwischen ein spezielles Meldeverfahren bereitstellt, um Erpressungsversuche mit negativen Rezensionen im Unternehmensprofil zu melden. Google beschreibt dort ausdrücklich das typische Muster (plötzlicher Anstieg negativer Bewertungen + Forderung nach Geld/Waren/Dienstleistungen) und verlangt eine konsequente Beweissicherung (Screenshots der Kommunikation, Links zu Rezensionen, Zeitpunkte, Kontaktdaten der Täter).

Das ist für Betroffene wichtig, weil es die Beschwerde präziser macht als eine allgemeine „Rezension melden“-Funktion und weil die Dokumentation (richtig aufbereitet) den Prozess deutlich beschleunigen kann.

Rechtliche Einordnung der Erpressung mit Fake Bewertungen

Im Folgenden sollen Erpressungen mit Fake Bewertungen rechtlich eingeordnet werden.

1) Fake Bewertungen sind keine geschützte Kritik, wenn sie den Tatsachenkern erfinden

Viele „Rezensionen“ enthalten scheinbar „Erfahrungen“, die es nie gab. Unwahre Tatsachenbehauptungen können Unternehmensrechte und Persönlichkeitsrechte verletzen und begründen zivilrechtliche Ansprüche (insbesondere Löschung und Unterlassung). Entscheidend ist die saubere Trennung: Meinung ist geschützt – erfundene „Fakten“ nicht.

2) Geldforderung gegen Löschung ist Erpressung – und bleibt es auch als „Drohung“

Sobald eine Geldforderung mit dem Hinweis verknüpft wird, negative Google Maps Bewertungen zu entfernen oder zu diese nicht zu veröffentlichen verhindern, handelt es sich dabei um eine Epressung oder zumindest den Versuch einer Erpressung,

Fazit: Erpressungen mit Fake Bewertungen sind ein reales Problem aber lösbar - wenn man richtig reagiert

Fake Bewertungen sind kein Randthema mehr. Die Fälle aus Deutschland (u. a. Hamburg/ Berlin) und die grenzüberschreitenden Recherchen zeigen, wie schnell Unternehmen ins Visier geraten. Dass Google ein eigenes Meldeformular für Erpressung mit Google Bewertungen bereitstellt, unterstreicht die Dimension des Problems.

Wenn Sie betroffen sind und Google Bewertungen löschen lassen möchten, gilt: schnell sichern, sauber melden, rechtlich präzise vorgehen. Genau dabei unterstützen wir als Anwaltskanzlei – mit dem Fokus, den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen und Ihr Google Maps Unternehmensprofil nachhaltig zu stabilisieren.

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